Tauchflasche

Das DTG – Die Tauchflasche für meine Bedürfnisse!

Sicherlich hast du nach deinem Tauchschein auch schon mit dem Gedanken gespielt deine eigene Tauchflasche (oder auch dein eigenes „Drucklufttauchgerät, kurz DTG) anzuschaffen. Die Tauchflasche neben der ABC-Ausrüstung, dem Atemregler und dem Jacket ein weiterer Kernbestandteil deiner Ausrüstung. Dort werden der Atemregler, das Jacket und ggf. der Trockentauchanzug angeschlossen. Doch bei den vielen unterschiedlichen Flaschengrößen verliert man schnell den Überblick.

Deshalb werde ich dir dabei helfen, welche Flasche du brauchst und welches Ventil du nutzen solltest!

Größe der Tauchflasche

Die Größe der Tauchflasche sollte sich an deinem Luftverbrauch orientieren. Doch wie bekomme ich nun heraus, wie hoch mein Luftverbrauch ist und was ist eigentlich überhaupt in so einer Tauchflasche drin?

Der Füllinhalt einer Quetschluftflasche lässt sich ganz einfach berechnen:

Druck x Volumen = Inhalt der Flasche in Barlitern

Dazu ein Beispiel:

Die Flasche hat ein Volumen von 10l und ist mit einem Druck von 200 bar gefüllt.

10l x 200 bar = 2000 barliter

Der Inhalt der Tauchflasche beträgt also 2000 barliter. Aber Stopp: Wir haben die absolute Reserve von 50 bar noch nicht subtrahiert! Also dürfen wir nur 150 bar annehmen oder subtrahieren die Reserve vom Inhalt der Flasche:

10l x 50 bar = 500 barliter

Das bedeutet, dass wir nur 1500 barliter verbrauchen dürfen, wenn wir die Reserve nicht antasten wollen. Bei einem besonders hohen Luftverbrauch in großen Tiefen also etwas knapp.

Wie hoch ist denn mein Luftverbrauch und wie berechne ich diesen?

Auch nicht ganz so schwer. Grundsätzlich kann man annehmen, dass ein Taucher pro Minute ca. 25l Luft verbraucht. Das nennt man dann Atemminutenvolumen. Die Formel zur Berechnung des Luftverbrauchs ist:

Atemminutenvolumen x Tiefe in bar x Zeit = Luftverbrauch

Je nachdem, wie ich die Gleichung umstelle, kann ich auch meine Maximalzeit berechnen oder mein Atemminutenvolumen. Der Matheprofi muss jetzt ans Werk gehen. Aber für den einfachen Taucher reicht eine kurze Rechnung des Luftverbrauchs aus, wenn ich maximale Tauchzeit und maximale Tiefe meines Tauchgangs weiß (beim IAC OWD immerhin 20m).

Wie hoch ist denn der Druck in 20m Tiefe? Die Formel dafür lautet:

(Tiefe / 10) + 1 = Druck in jeweiliger Tiefe in bar

Ich schlabbere einfach die Einheiten am Ende der Formel, kann mir dafür aber diese Formel ganz gut merken. Ein kurzes Beispiel für die Tiefe in 20m:

(20/10) + 1 = 3 bar

Gar nicht so schwer, oder?

Berechnung des Luftverbrauchs

Nun berechnen wir also den Luftverbrauch für unseren 30min Tauchgang in 20m Tiefe.

25 l/m x 3 bar x 30min = 2250 barliter

2250 barliter ist damit das Ergebnis. Doch halt: Wieso haben wir denn nicht den Aufstieg und den Abstieg berechnet und was mit dem Deep- und dem SafetyStop? Es handelt sich hierbei um eine Überschlagsrechnung und deshalb kann man auch nur grob den Luftverbrauch berechnen. Der Luftverbrauch kann sich nämlich je nach Strömungslage unter Wasser, Temperatur oder Anstrengung erhöhen oder verringern. Tarierkünstler verbrauchen weniger Luft aus der Flasche, da sie weniger im Jacket nachjustieren als Anfänger und vielleicht bist du ja entspannter als dein Buddy…

Deshalb muss der Luftverbrauch auch immer mit einem Finimeter kontrolliert werden. Und spätestens bei einer Anzeige von 125 bar dreht man um und beginnt mit dem Rückweg bzw. Aufstieg aus dem Tauchgewässer, damit die absolute Reserve bloß nicht angetastet wird.

Und welche Flasche brauche ich jetzt in Deutschland?

Die Antwort ist natürlich einfach: 12l Stahl, ausgelegt für 200bar mit DIN-Ventil. Die Größe 12l ist DIE Standardgröße bei Tauchflaschen im Ausland. Und die Stahlflasche sorgt dafür, dass du nicht ganz so viel Blei mitnehmen musst, wie bei einer Alu-Flasche. Die Ventilkombination suchst du dir nach der Konfiguration deines Atemreglers aus. Also bei zwei ersten Stufen ein Doppelventil an der Flasche und bei einer ersten Stufe ein einfaches Monoventil. Ob du nun eine lange Flasche oder eine „kleine Bombe“ nimmst, bleibt dir überlassen und richtet sich nach deinem Trimm. Ich bin ein Freund der langen 12l Stahlflasche mit Doppelventil. Daher ist das auch meine absolute Empfehlung.

Doppelflaschensysteme sind für Anfänger nichts, da diese unglaublich schwer sind und die Tauchgänge meist sowieso nicht so lange dauern. Beim Höhlentauchen und bei besonders langen Tauchgängen sind diese Systeme allerdings ein „MustHave“. Daher auch hier bitte auf deine Situation anpassen.

Fazit

Ich hoffe, dass ich dich mit diesem kurzen Artikel informieren konnte. Welche Kombination tauchst du und hast du noch Tipps? Hinterlasse mir doch einen Kommentar. Zu Atemreglern findest du hier auch noch einen Beitrag: Kalt- oder Warmwasser? Der optimale Atemregler!

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Patrick Baumfalk
Mein Name ist Patrick. Ich wohne vor den Toren Kölns – im schönen Kerpen – und bin 28 Jahre alt. Hauptberuflich bin ich Jurist, doch das Tauchen ist meine wahre Leidenschaft.

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